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Innovative Behandlungsmethode bei psychischen Erkrankungen

Oberarzt Thomas Heinze bei der Vorbereitung der rTMS-Sitzung eines Patienten

Zschopau

Depressionen gehören zu den häufigsten und doch meist unterschätzten Erkrankungen. Etwa jeder fünfte bis sechste Erwachsene ist Studien zufolge im Laufe seines Lebens einmal von einer Depression betroffen. Psychotherapie und Antidepressiva sind effektive Behandlungsmethoden, die vielen Patienten helfen können, jedoch nicht bei allen gleich gut anschlagen.

Die Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie am Erzgebirgsklinikum Zschopau bietet seit Kurzem eine neue und gut verträgliche Therapiemöglichkeit für Patienten mit Depressionen an: die repetitive Transkranielle Magnetstimulation (rTMS).

Bei der rTMS wird dem Patienten eine Spule am Kopf angelegt, die ein Magnetfeld erzeugt und so gezielt einzelne Hirnregionen stimuliert. Durch die Magnetimpulse wird die Aktivität der Nervenzellen nachhaltig angeregt oder auch eine Überaktivität reguliert. So kann rTMS die Hirnaktivität, die bei einer Depression aus der Balance geraten ist, wieder normalisieren. „Viele Patienten berichten von einer spürbaren Verbesserung ihrer Stimmung und Leistungsfähigkeit sowie der Kontrolle negativer Gedanken und Gefühle“, erklärt Chefarzt Dr. med. Axel Bauer von der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie.

Eine Behandlung mit rTMS kann als zusätzliche Therapieoption helfen. Das neue Verfahren ist weitgehend schmerzfrei und risikoarm und hat sich in mehreren größeren Studien als wirksam unter anderem in der Depressionsbehandlung erwiesen. Aber auch bei der Behandlung weiterer Erkrankungen, wie Suchterkrankungen oder Angst- und Zwangsstörungen kann die rTMS unterstützend angewendet werden. Die Effekte der Therapie sind bei Patienten in der Regel nach zwei bis vier Wochen spürbar.

„Die transkranielle Magnetstimulation ist ein innovatives Therapieverfahren, das bislang vorrangig an Unikliniken angeboten wird. In unserer Region sind wir die erste Klinik, die das neue Verfahren anwendet“, erklärt Oberarzt Thomas Heinze von der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie. „Wir sind bestrebt, in Zukunft weitere moderne Verfahren zur Neurostimulation bei uns zu etablieren, um Patienten zusätzlich zu den bestehenden Behandlungsmethoden, wie u. a. medikamentöse Therapie und Psychotherapie, eine weitere Option anzubieten“, ergänzt Chefarzt Dr. Bauer.

Im Haus Zschopau kann die repetitive Transkranielle Magnetstimulation sowohl im Rahmen einer stationären als auch teilstationären Behandlung zum Einsatz kommen. Die Therapie erfolgt in der Regel fünfmal pro Woche über drei bis sechs Wochen und kann auch darüber hinaus fortgesetzt werden. Eine rTMS-Sitzung dauert etwa 20 bis 30 Minuten, einige Anwendungen aber auch nur wenige Minuten, und kann ohne jegliche Narkose problemlos durchgeführt werden.