In den letzten vier Monaten haben 20 Medizinstudierende aus dem polnischen Breslau die Kliniken und Notaufnahmen an den vier Häusern des Erzgebirgsklinikums durchlaufen, um praktische Einblicke für ihr späteres Berufsleben zu gewinnen. Die Studentinnen und Studenten im vorletzten Studiensemester sind der dritte Jahrgang von Medizinstudierenden, die im Rahmen einer Kooperation des Erzgebirgsklinikums und der Medizinischen Fakultät der Universität Breslau ein Praxissemester absolvieren. Die Kooperation soll auch in den kommenden Jahren fortgeführt werden.
„Sowohl die vielen praktischen Erfahrungen, die wir hier sammeln konnten, als auch die Möglichkeit zur besseren Anerkennung unserer Ausbildung in Deutschland machen diesen Praxiseinsatz zu einem essentiellen Bestandteil unseres Studiums“, sagt Studentin Marie Oster bei der Feedbackrunde mit der Krankenhausleitung am 19. Januar im Haus Annaberg. Ein Großteil der Studierenden des englischsprachigen Studiengangs stammt aus Deutschland und nutzt diesen längsten Praxiseinsatz des Studiums auch dafür, sich für eine Fachrichtung und ein Klinikum für die Weiterbildungszeit zu entscheiden.
„Eine ehemalige Studierende des ersten Praxisjahrgangs hat als Assistenzärztin am Erzgebirgsklinikum ihre Weiterbildung zur Fachärztin begonnen und wir hoffen, noch weitere Studierende nach ihrem Abschluss für eine Tätigkeit am Erzgebirgsklinikum gewinnen zu können“, berichtet Geschäftsführer Marcel Koch, der die Kooperation mit der Universität Breslau ins Leben gerufen hat.
Ziel der Praxiseinsätze ist es, den medizinischen Nachwuchs zu fördern und für eine Tätigkeit in der Region und in kleineren Kliniken wie denen des Erzgebirgsklinikums zu begeistern. Dies scheint bei den Studierenden durchaus anzukommen, wie das Feedback zeigt: Mit Ärzten diskutieren, eigene Vorschläge bei der Visite einbringen und den Chirurgen im OP über die Schulter schauen, das sind die positiven Erfahrungen, die sie aus dem Praxiseinsatz mitnehmen und die sie sich auch für ihre Assistenzarztzeit wünschen, berichten die diesjährigen Teilnehmerinnen und Teilnehmer. „Und zugleich bringen sie auch frischen Wind in unsere Kliniken, werfen andere Fragestellungen auf und bringen eine neue Perspektive mit“, fasst Marcel Koch zusammen.
