EKA Erzgebirgsklinikum Annaberg gGmbH

Die Digitalisierung im Gesundheitswesen - Auswirkungen auf die menschliche Psyche

Katja Lippmann-Wagner vom Radio Erzgebirge im Gespräch mit Oberarzt Ralf Rasch von der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie am Erzgebirgsklinikum Annaberg

10.10.2019

Kennen Sie noch die Zeit, wo wir an Telefonzellen mit Kleingeld standen, um zu telefonieren? Anfang der 90iger kamen die ersten Handys auf den Markt. Jetzt ist das Smartphone allgegenwertig. Kommunikation und Wissen kann jederzeit abgerufen werden. Diese rasante Entwicklung macht auch vor dem Gesundheitswesen nicht halt. Oberarzt Ralf Rasch, ein gestandener Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie  informierte, dass Apps zur Speicherung von Gesundheitsdaten schon durch viele Krankenkassen angeboten werden. Videosprechstunden wurden durch die Kassenärztliche Bundesvereinigung ausgeweitet. Es gibt eine Hautkrebs-Screening-App, die mit Hilfe des Smartphones, Datenbanken mit von Hautärzten klassifizierten Fotos und speziellen Algorithmen Hautveränderungen in niedriges, mittleres oder hohes Risiko einstufen. Vergleichende Betrachtungen von Röntgenbildern und anderen Untersuchungen werden künftig digital ausgewertet und Ärzte zukünftig entlastet werden. Wenn alle Befunde eines Krankenhausaufenthaltes digitalisiert vorliegen, kann vielleicht die Abrechnung gegenüber den Krankenkassen durch KI (künstliche Intelligenz) erfolgen, so vermutete Prof. Dr. med. H. Volkmann. Einerseits ist es eine Chance, wenn alle Gesundheitsdaten digital vorliegen und man an jedem Ort der Welt adäquat behandelt werden kann. Andererseits liegen im unbefugten Zugriff zu Gesundheits-daten auch große Risiken. Berechnen Versicherungen ihre Prämien anhand des Gesundheitsprofils? Checkt der neue Arbeitgeber vor Einstellungen erst die Gesundheitsdaten? Um dies zu vermeiden, wird im Erzgebirgsklinikum Annaberg Datenschutz ernst genommen. In der Zukunft sollten wir als Menschen den elektronischen Fortschritt kontrollieren und nicht die Elektronik den Menschen. Nur so stellen wir sicher, dass wir auch in Zukunft ein selbstbestimmtes, psychisch gesundes Leben führen, so OA Rasch.


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